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Fellbeissen

Fellbeissen findet sich leider häufig bei Chinchillas. Fast alle Pelztierzüchter sind der Meinung, dass Fellbeissen genetisch vererbt ist. Dies lässt sich dort auch häufig durch Beobachtung belegen. Genetisches Fellbeissen vererbt sich dominant. Fellbeissen ist i.d.R. ein Zeichen großer Stressbelastung bei Chinchillas, aus diesem Grund sind inzwischen viele Züchter der Überzeugung, dass nicht direkt das Verhalten vererbt wird, jedoch aber die Stressanfälligkeit. Dies scheint sich auch zu bestätigen, da die meisten Tiere die beim Pelztierzüchter beissen in einer verträglicheren Umgebung damit aufhören.

Dennoch wird davon abgeraten, mit diesen Tieren zu züchten.
Nicht häufig ist auch "positiver Stress" eine Ursache für Fellbeissen (z.B. Freilauf in einem zu großen Raum).
Es gibt auch einige physische Ursachen für Fellbeissen. Nicht selten liegt eine Verletzung oder Irritation der Haut vor. Wird diese behoben, so hört auch das Fellbeissen auf. Auch starke Mangelerscheinungen können Ursache für Fellbeissen sein (jedes Chinchilla, das einige Tage kein Futter oder Wasser bekommt, wird anfangen Fell zu beissen).
Fellbeissen

Fellbeissen beim Chinchilla

Diagnose

Stark gekürztes und verfilztes Fell. Besonders auffällig für Fellbeissen ist, das die betroffenen Stellen immer vom Tier mit der Schnautze erreicht werden können. Besonders betroffen sind i.d.R. die Oberschenkel und Schwanzansatz.

Behandlung

Eine Behandlung ist schwierig. Schliessen Sie zuerst alle physischen Ursachen aus. Der größte Teil der Fellbeisser hat psychische Ursachen. Gehen Sie langsam vor und unternehmen sie nicht zu viel auf einmal. Suchen Sie zuerst nach Ursachen:
- gab es Veränderungen im Umfeld, also neue Mitbewohner (menschlich oder tierisch)?
- wurde der Käfigstandort geändert / hat das Tier einen neune Käfig
- gibt es neue Geräusche
- wurde der Raum, in dem der Freilauf statt findet geändert

Sollten Sie ein besondere Änderung im Umfeld finden, so müssen Sie diese Änderung u.U. wieder rückgängig machen. Denken Sie daran, dass auch "positiver Stress" Ursache für Fellbeissen sein kann. Auch wenn Sie Ihrem Chinchilla nur gutes tun wollen, so kann es sein, dass es z.B. mit zu viel Spielzeug überfordert wird. Das gleiche gilt für Veränderungen in- und ausserhalb des Käfigs. Gerade große Änderungen im Freilauf- Zimmer können zu Stress führen (Stellen Sie sich vor, sie gehen morgens aus dem Haus und die Stadt ist umgestellt - das wäre für Sie auch Stress wenn Sie da durch müssten).
Tiere die beim Auslauf sehr Stressanfällig sind erkennt man oft daran, dass sie nach jedem Auslauf ausgiebig baden.

Haben Sie ein Tier aufgenommen, dass fellbeisst, so gehen Sie wie folgt vor:

Anfangs kein Freilauf
Freilauf kann eine enorme psychische Belastung für Chinchilas darstellen, darum sollten sie langsam an neue Räume gewöhnt werden. Der erste Freilauf sollte erst begonnen werden, wenn das Fellbeisen erkennbar nachlässt

Keine großen Veränderungen im Käfig
Wenn Sie den Käfig verändern wollen, so machen sie das Stück für Stück. Montieren sie nicht alle neuen Bretter auf einmal, sondern in ein paar Tagen Abstand. Haben Sie ein Tier bekommen, dass früher in einem sehr kleinen Käfig gelebt hat, so sollte der neue Käfig nicht gleich riesig sein. Auch hier sollte das Tier Schritt für Schritt an einen großen Käfig heran geführt werden.

Viel Ruhe
Beanspruchen Sie das Tier nicht zu stark. Gerade der Kontakt zu ungewohnten Personen stellt für die Tiere enormen Stress dar. Sorgen sie für genügend Versteckmöglichkeiten.

Tiere die einem Probleme mit Fellbeissen hatten, sollten generell etwas rücksichtsvoller behandelt werden. Denken Sie auch daran, dass sie evtl. störende Umweltfaktoren nur schrittweise entfernen. Nur so können sie zum Schluss nachvollziehen, welcher Faktor für das Fellbeissen verantwortlich war.